

Yoga
Die universale Wissenschaft der Wirklichkeit
Schlussfolgerung (Fortsetzung) Diese Situation macht es für den Einzelnen nicht einfach, sich ein Bild über den Zustand unserer Gesellschaft zu machen. Vielleicht ist dies auch die Ursache für das dumpfe Gefühl der Ohnmacht und Orientierungslosigkeit, welches in unserem Land grassiert. Gleichzeitig werden wir aber durch unseren Wohlstand, unseren glitzernden Konsumgütern, unseren Pillen, unseren Partys, unseren Drinks in Watte gepackt und bei der Stange gehalten. Wer wünscht sich schon, aus diesem Wahnsinnskarussell freiwillig auszusteigen, wohl wissend was ihn danach erwartet? Krisen werden unweigerlich kommen, genauso wie die Panzergeisselalgen in einer Algenblüte ihrem Schicksal nicht entrinnen können. Verhängnisvoll ist die Tatsache, dass unser Wirtschaftssystem die biologischen Prinzipien des "survival of the fittest" übernommen hat. Die gesellschaftlichen Kräfte, die Härte und Egoismus fordern, haben immer ein gutes Argument zur Hand: Es geht ums Überleben! Rein menschliche Werte wie Vernunft, Fürsorge, Mitgefühl, Solidarität, scheinen zu erblassen, wenn's dann wirklich darauf ankommt. Wie bereits unter "Entstehung des menschlichen Bewusstseins" erörtert, hat sich unmittelbar nach dem "Fall“ vom Absoluten ein Schleier über uns gelegt (Avarana), welcher uns jegliche Erinnerung an das Ereignis raubt. Seit diesem ursprünglichen Ereignis wurden wir im Verlauf der Entwicklung vom „Einen“ zum „Vielen“ in unendlich viele zusätzliche Schleier verwickelt, die unsere Sicht der Dinge derart einschränken, dass wir nur noch in der Lage sind, die Materialität der Welt wahrzunehmen. Aber auch im Denken sind wir eingeschränkt, wir bewegen uns meistens in vorgefertigte Muster. All dies hat natürlich einen Vorteil: Wir fühlen uns "normal“ unter unseresgleichen, wobei vielleicht ein Mensch mit übersinnlichen Fähigkeiten als verrückt gilt. Die Idee, dass die Normalen krank sind und die Kranken normal, stammt vom Sozialpsychoanalytiker Erich Fromm. Die Yoga-Psychologie lehrt uns, dass Maya unendlich viele Mittel in ihrer Trickkiste bereithält, um die Illusion der Welt aufrecht zu erhalten. Die Welt wurde so erschaffen: Wie ein klebriges Spinnennetz hält sie ihre Beute fest. Ist Gott tot? Hat Spiritualität noch eine Chance? Das Universum wird reagieren und uns in die Schranken weisen. Was wird passieren? Niemand weiss es. Yoga wird uns nicht ermöglichen, auf einer rosaroten Wolke zu entschweben. Auch mit Yoga wird uns die Härte des Lebens zeitweise mit voller Wucht treffen. Aber Yoga wird uns helfen, das Mysterium des Lebens zu ergründen, es wird uns die Kraft geben, Prüfungen zu überstehen, es wird Sinn in unserem Alltag stiften, es wird uns zum Universalen Selbst, zur Essenz unseres Wesens, zurückführen. In der Bhagavad Gita befindet sich der Krieger Arjuna in einem fürchterlichen Konflikt: Seine Pflicht gebietet ihm, in den Krieg zu ziehen. Er wird jedoch von Zweifeln übermannt. Auf der anderen Seite des Kampffeldes befinden sich alte Bekannte und Verwandte, hochgeehrte Meister. Wie kann er es verantworten, Krieg zu führen und gegen diese Menschen anzutreten? In dieser hochkritischen Situation offenbart ihm die Gottheit Krishna die yogische Weisheitslehre. Er fordert ihn auf, für Gerechtigkeit einzustehen und den Kampf zu führen. Diese Botschaft wendet sich an jede und jeden von uns. Nicht den physischen Tod sollte man fürchten, sondern den seelischen Tod, genau den Zustand, zu dem uns unsere materialistischen Werte hinführen. Der Kampf findet im Alltag statt. Jede Minute, jede Sekunde unseres Lebens ist eine Herausforderung. Eine Herausforderung zur richtigen Handlung, zum richtigen Wort, zur richtigen Entscheidung. |
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