

Was ist Yoga?
Yoga kann auf viele Arten definiert werden. Für Patanjali heisst Yoga "Verhinderung der Veränderungen des Minds" (yogash citta-vrtti-nirodha). In der Bhagavad-Gita findet man nachfolgende Definitionen: "Ausgeglichenheit des Minds ist Yoga" (Samatvam yoga uchyate), "Yoga ist Geschicklichkeit im Handeln" (Yogah karmasu kausalam), oder "Trennung der Verbindung mit Schmerz" (Duhkhasamyoga-viyogam). Die im Titel dieser Website angegebene Definition des Yoga als "Universale Wissenschaft der Wirklichkeit" bedarf einiger Erklärungen. Es wird Gegenstand dieser Webseite sein, dieses Konzept eingehender zu erläutern. Das Wort Yoga kommt in zahlreichen Schriften der indischen Überlieferung vor, wie z. B. in der Bhagavad-Gita, im Yoga-Vasishta oder in den Yoga-Sutren von Patanjali. Wörtlich übersetzt bedeutet Yoga "Vereinigung". Aber Vereinigung mit was? Es handelt sich um eine grundlegende Bestrebung zur Einheit, zur Vereinfachung, die alle Bereiche des Lebens umfasst. Yoga ist ein Umkehrprozess, eine Rückführung zum Ursprung alllen Seins. Der Mensch funktioniert nicht nur als Individuum, sondern ist in einem familiären, sozialen und immer mehr auch globalen Beziehungsnetz eingebunden. Yoga tangiert alle Aspekte des Lebens und liefert einen allgemeinen Rahmen zum Verständnis persönlicher, familiärer, gesellschaftlicher und religiöser Phänomene. Häufig wird geglaubt, dass Yoga Sannyasa (Entsagung) bedeutet, und man setzt Sannyasa mit dem Entledigen physischer Gegenstände, der Entsagung von gesellschaftlichen Verpflichtungen gleich, um sich irgendwo in der Abgeschiedenheit abzusetzen. Mit Yoga hat das nichts zu tun, denn Yoga bedeutet nicht, irgendwelche Dinge über Bord zu werfen, sondern veil mehr falsche Vorstellungen über die Dinge und die Welt als Ganzes aufzugeben. Das Wesen von wirklichem Entsagen - Sannyasa oder Mönchstum - hat nichts mit einem Entsagen von Objekten zu tun, sondern mit dem Entsagen von der Objektivität oder Äusserlichkeit der Objekte. Es ist ein Zurücknehmen des Gedankens, dass die Objekte sich ausserhalb von uns befinden. Es ist ein Fehler, von einem Ort zum anderen zu laufen, in dem Glauben, irgendetwas entsagt zu haben, denn, selbst wenn wir uns physisch von einem Ort zum anderen bewegen, bleibt das Objekt unserer Entsagung immer noch ausserhalb der Wahrnehmung. Wir glauben weiterhin, dass es sich um etwas Äusseres handelt, wir haben immer noch dieselbe vorgefasste Meinung oder dasselbe Vorurteil. Eine wirkliche Entsagung hat nicht stattgefunden. |
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